Tagebuch «Häuptlinge»

Diese 3 Katzenbrüder wurden in einem Wohnquartier von einer wilden Mutter geboren und hatten dort keine Zukunft. Eine liebe Katzenfreundin hat sich dann mit ihnen angefreundet und konnte sie einfangen. Auch die Mutter wird nun eingefangen und kastriert wieder im Quartier frei gelassen. Wir suchen für die drei scheuen Brüder ein einfühlsames, erfahrenes Zuhause mit Freigang in einer sehr ländlichen, verkehrsarmen Gegend. Sie werden gemeinsam oder zu sozialen Jungkatzen vermittelt.

Mittwoch, 6. Mai 2020

Mittwoch
06.05.2020

Abschied

Liebe Saga

Wir vermissen dich sehr. Noch nie war ein Pflegekätzchen so lange bei uns gewesen wie du. Ich rechne jeden Moment mit deinem Überfall, begleitet von einem übermütigen «Iiiieh iiiieeh»-Ruf, den Mina so lustig fand.
Aber du hast jetzt dein eigenes Zuhause, deine eigenen Menschen und einen neuen Katerkumpel, dem du über einen schmerzlichen Verlust hinweghelfen musst. Ja, du hast viel zu tun, kleine Maus: du musst deine Abenteuerlust ausleben, deine Jagdtechniken verfeinern, lernen, lernen, lernen… und vor allem anderen musst du Vertrauen zu deinen neuen Menschen aufbauen. 
Du hast ja inzwischen erfahren, wie schön Streicheleinheiten und ein bisschen knuddeln sind, dass du immer willkommen bist und dass du mit Zuneigung und Liebe reich belohnt wirst, wenn du dich traust, über deinen Schatten zu springen und dein tiefsitzendes Misstrauen zu überwinden vermagst. Es ist in Ordnung, wenn du deinen neuen Katerfreund anfangs als eine Art Schutzschild oder Puffer zu den Menschen benutzt, wie du es mit mir gemacht hast. 
Die ersten Tage sind nun hart, keine Frage. Wir sind sehr aufgewühlt bei der Vorstellung, wie du dich fremd und verängstigt und vielleicht von uns allen verraten und verlassen fühlst.

Aber wir wissen auch, dass du dich anpassen wirst. Wir vertrauen dir und deiner Katzennatur. Du bist bei liebevollen, verständnisvollen und geduldigen Menschen, die dir helfen werden, in ein richtiges Katzenleben zu finden. Ohne Zaun. Keine fiesen Schmetterlinge mehr, die im letzten Moment durch den Maschendraht entweichen und dir keine zweite Chance geben. Keine nervigen Vögel mehr, die genau zu wissen scheinen, dass wir sie jenseits des Zauns nicht erreichen können, obwohl sie nur einen Katzensprung entfernt hüpfen, picken und scharwenzeln, während uns das Wasser im Mäulchen zusammenläuft. Hey, wir haben auch von einem Teich mit Fröschen in deinem künftigen Revier gehört… das wird dich interessieren, ganz sicher! 😸

Also reiss dich zusammen, Herzchen, du musst nur deine Eingewöhnungszeit gut nutzen, deinen Menschen und Kater Loki eine Chance geben, dann wirst du erkennen, dass du echt die 6 im Lotto gewonnen hast, wie die Menschen zu sagen pflegen.
Du und deine Schwestern, ihr kamt völlig verängstigt in La Rocca an, ein einziges Häufchen Kummer – und wenig später seid ihr fröhlich durch die Bude gerumpelt. Als ihr wegen den Parasiten so krank geworden seid, musstet ihr durch ein gar finsteres Tal schleichen, habt durchgehalten, euch helfen lassen, wenn auch widerwillig, und am Ende seid ihr gesunde, starke und fröhliche kleine Kriegerinnen geworden, fähig, draussen als waschechte Freigängerinnen auf den Putz zu hauen. 
Deine Schwestern kennen dieses Vergnügen bereits, du hast daran geschnuppert an den Grenzen unseres Geheges. Sei tapfer, Saga, und alles wird gut.

Bei uns wird es nun ruhiger. Du hast immer für Wirbel gesorgt. Alles fandest du spannend und jagdbar. Manchmal auch Scipio und mich. Vor den Tanten hattest du stets gebührenden Respekt, nie gab es Ärger – und es ist eine hohe soziale Kunst, keinen Ärger mit den Tanten zu kriegen. Daher sind wir auch ganz sicher, dass du mit Loki und den benachbarten Katzen prima auskommen und dadurch neue Freunde finden wirst. Wir freuen uns riesig für dich! 
Saga, sei da draussen bitte immer vorsichtig und bleib gesund!

Alles Liebe von uns allen hier – dein Freund Crixus ❤️

Freitag, 24. April 2020

Freitag
24.04.2020

Hasenjagd, Fliegerzeug und die verflixte Katzenklappe

Hugh Katzenfreunde!
Home Office ist super! Streicheleinheiten, Portier-, Klo- und Futter-Service sind jederzeit sofort verfügbar. 😸 
 Jeden Morgen werktags versuchte Mina, mit mir an der Katzenklappe zu üben. Aber was soll ich sagen? Ich kann es einfach nicht! 😠 Ich habe nun schon viele Nächte im Haus verbracht, weil Mina dachte, wenn ich wirklich raus wollte und sie nicht zugegen sei, um Portier zu spielen, würde ich schon irgendwann die blöde Klappe aufdrücken. „Wie alle anderen Katzen auch“, pflegt sie mir dauernd unter die Nase zu reiben. 🙄
Mit Spielzeug und Futter ging gar nichts. Ersteres interessierte mich nicht, und bevor ich die Leckerlis auch nur bemerkte, hatten die anderen Katzen sie schon aufgefressen. Nun hat sie den klappernden Klappenrand und den Magneten weggenommen, damit es gar keinen Widerstand oder Lärm mehr gibt. Wenn sie es mir einen Spaltweit aufhält, traue ich mich manchmal, den Rest aufzustossen, aber nicht, wenn es wie eine geschlossene Wand aussieht!
Wir bleiben dran, versprechen aber nichts. 😏
Der frühe Morgen vom Ostersonntag war richtig aufregend gewesen! Zwar hatte ich jene Nacht drin verbracht, aber so gegen 6 Uhr schlurfte Mina zur Terrassentür und hängte die Katzenklappe aus, damit ich raus konnte. Sie kniff ein paar Mal die verpennten Augen zusammen, da sie etwas Seltsames auf der Terrasse liegen sah, murmelte «Tannzapfen», schlang den Morgenmantel enger um sich und wankte zurück ins Bett, in der Absicht, tüchtig auszuschlafen.
Ich indes begab mich eifrig auf die traditionelle Eiersuche. Zwar fand ich weder Eier noch Hasen, dafür aber eine Maus. Ha! Von wegen Tannzapfen! Da war eine richtige, echte Spitzmaus! Ich war ausser mir vor Freude, und dass sie schon tot war – wir verdächtigen Scipio – störte mich nicht. Ich brachte sie später an Minas Bett und tat so, als hätte ich sie selbst erlegt. 😉
So schnell war sie noch nie wach gewesen, das könnt ihr mir glauben. 😸 Unter dem Bett habe ich wie wild mit der Maus gespielt, damit sie mir keiner wegnimmt. Hat Spass gemacht, obwohl ich mir ständig die Birne stiess. Ganz plötzlich wurde sie uninteressant, und ich ging wieder raus, um eine lebendige Maus zu suchen - oder einen Osterhasen. 😋
Ich versuche wirklich, alles Mögliche zu jagen. Und wenn es nur die filigranen Hülsendinger sind, die der Wind von der grossen Tanne nebenan in unseren Garten weht. 
Aber vor ein paar Tagen machte ich die Erfahrung, dass man nicht alles jagen und fressen sollte, was fliegt. Manche Flieger haben Stacheln und wissen, wie man damit umgeht. 😯 Ich quiekte schmerzerfüllt, dann rieb und leckte ich mir dauernd die Schnute. Ich hatte für eine Weile echt die Nase voll vom Jagen und verzog mich aufs Bett. Mina kam immer wieder nach mir sehen. Anscheinend hatte Tante Corva, als sie in meinem Alter solcherlei Erfahrungen sammelte, mal eine total geschwollene Backe gehabt. Aber mir ist zum Glück nichts weiter passiert, nur mein Enthusiasmus war für den Moment gedämpft. 
Mit Crixus an meiner Seite wurde aber alles wieder gut. 😻
Meinetwegen stellte Mina ein Klo mitten in den Garten. Es gab mir überhaupt nichts zu tun, irgendwo eine Mulde zu graben und das grosse Geschäft anschliessend einigermassen säuberlich zu verscharren. Aber wenn sie will, dass ich das Turm-Klo benutze, dann mach ich das natürlich. 😎Heute Vormittag war der Gärtner da. Er hat den Boden geackert, Rasen gesät und dann alles platt gewalzt. Unser Garten sieht jetzt voll langweilig aus. 😼 All unsere Wildblumen und Grasbüschel sind weg! 
In der trockenen Erde kann man sich wenigstens lustig panieren. Scipio drehte und wälzte sich hingebungsvoll im Staub und liess sich spielerisch den Hang hinabrollen. 😄
Im Gegensatz zu Mina dürfen wir wenigstens noch im Garten herumrennen. Und Fliegerzeug zum Jagen gibt es immer noch. 👍
Ich werde nicht mehr das Vergnügen haben, den Garten grün zu sehen. Meine Zeit in La Rocca neigt sich langsam dem Ende zu. Vermutlich wird die erste Zeit nach meinem Umzug für alle ziemlich hart werden. Für mich sowieso, aber auch für meine neuen Menschen und Kater Loki. Auch für Crixus und Mina, die sich sowieso immer Sorgen macht. 🙄
 Aber die Weichen wurden bestmöglich gestellt, und man darf auch ein bisschen Vertrauen in mich setzen. Ich werde schon klarkommen! Katzen sind Opportunisten. – Mina seufzt bedrückt. Sie denkt an die Katzenklappe, zweifelt meine Kompetenzen an. Hey, man kann nicht alles sofort können. Ich lerne das schon noch! Vielleicht ist meine neue Familie auch extrem froh, wenn ich geschlossene Klappen einfach akzeptiere und nicht zu Krawall neige. Immerhin werde ich zunächst ein paar Wochen Stubenarrest haben, um mich einzuleben. 😏

Wunderschönen Frühling euch allen,
Eure Saga 

Sonntag, 5. April 2020

Sonntag
05.04.2020

Vom Häuptling zur Göttin

Seid gegrüsst, liebe Katzenfreunde!
 
Was mag es mit dem Titel auf sich haben, fragt ihr euch? Und ich freue mich riesig, euch zu berichten. In einem Monat werde ich die Katzenfestung La Rocca verlassen. 
Der Katzenkindergarten ist nun auch für mich bald vorbei. 
 
Vor einer Woche liess sich ein total liebes Menschenpärchen finden, die mir all das bieten, was ich mir wünsche – und das ist eine Menge. 😏
Einen gutmütigen, jungen Katerkumpel werde ich haben, der mit Menschen und Katzen prima umgehen kann und der – mit etwas Glück und Geduld – für mich die Brücke schlagen kann, wie Crixus es tut. Meine künftigen Menschen sind sehr verständnisvoll und einfühlsam und teilen Minas Ansicht, dass man so scheue Büsis wie mich nur immer einladen kann, aber nichts erzwingen darf. Das dauert zwar, bildet letztlich aber eine gute Basis. Tatsächlich geniesse ich Streicheleinheiten mittlerweile sehr und fordere sie auch ein, wenn mir danach ist. - Inzwischen traue ich mich auch ohne Crixus bei Fuss.
Meine neuen Freunde haben noch eine anstrengende Zeit mit Umzug vor sich, und dann darf ich dazu stossen, ins gemachte Nest sozusagen. Meine künftige Wohnlage ist schlichtweg ein Katzentraum! Wiesen und Felder, soweit das Katzenauge reicht! Neue Chancen, neue Gefahren auch. Ein Zuhause, wo man verwöhnt und umsorgt wird, und vor der Tür liegt die Natur als riesengrosser Abenteuerspielplatz! 😎
Der Garten von La Rocca ist okay für ehemalige Wohnungstiger und den Katzenkindergarten, aber mir wird er langsam zu klein. Was sich jenseits des Zauns abspielt, ist einfach zu spannend. Ich meine natürlich nicht die Strasse zum Wald, wo so viele Menschen und Hunde rumlaufen, sondern das Dickicht mit den Vögeln und kleinen Nagetieren. 😋 Und es nimmt mich doch verflixt wunder, wo sich die Nachbarskatzen und unser Streunerfreund so rumtreiben. 
Übrigens habe ich bereits einen neuen, wunderschönen Namen erhalten: Saga. Gemeint ist die germanische Göttin des Dichtens und Erzählens, also jemand mit viel Fantasie und Eigensinn – passt! 😸
Mina arbeitet seit gut zwei Wochen von zu Hause aus. Sie hatte es sich gemütlicher vorgestellt, aber die Arbeitsflut, die abgerackert werden muss, ist enorm. Nix da mit Spielen, Fotoshootings und Haushalt auf Arbeitszeit. Trotzdem ist es schön, weil ein paar Streicheleinheiten immer drin liegen. 😉
 
Vor allem geniessen wir natürlich das schöne, warme Wetter, sind viel draussen und entdecken die erwachende Natur. Sogar in unserem kargen "Wildschweinpark" tut sich was. Manchmal sind die Vögel sehr leichtsinnig und hüpfen auf dem jungen Ahorn oder sogar am Boden rum. Vielleicht erbeuten wir ja doch noch etwas Grösseres als einen Regenwurm. Vielleicht diesen Osterhasen, der soll ja bald auftauchen, heisst es!
Für die Menschen scheint es aktuell eine sehr seltsame Zeit zu sein, denn sie sollten zu Hause bleiben. Mein Rat: macht das Beste draus, verwöhnt eure Tiere und vielleicht könnt ihr was spenden, um Tierparks zu unterstützen, die nun keine Einnahmen haben, aber nach wie vor Futter kaufen müssen.

Liebe Grüsse aus der Katzenfestung,
Eure Saga (Sitting Cow)
 

Freitag, 13. März 2020

Freitag
13.03.2020

Schnee, Käse, Heu und ein Regenwurm

Hugh Katzenfreunde
 
Letztes Wochenende hatten wir keine Zeit fürs Tagebuch, entschuldigt bitte. Mina hing in der Buchenhecke, um einen uralten, maroden Maschendrahtzaun zu entfernen, damit sich keine Tiere daran verletzen können, und ich hing einfach so ein bisschen rum. 😉 Manchmal sogar im UFO.
Es ist witzig zu beobachten, wie Mina und ihre Katzen immer mehr Freude an ihrem Garten entwickeln. Sowas kannten sie vorher nicht. In meinem jugendlichen Leichtsinn empfinde ich es als mein Geburtsrecht, im Dreck zu buddeln, in den Schnee zu pieseln, wild herum zu rennen, Vögel zu beobachten, Insekten zu jagen und einfach nach Lust und Laune Sonne, Wind und Wetter zu geniessen – und natürlich immer wieder in die Wärme und zum vollen Futternapf zurück zu kehren. 😸
Meine Mitbewohner, die jahrelang in einer kleinen Wohnung mit einem kleinen Balkon gelebt haben und dies auch okay fanden, entdecken nach und nach neue Möglichkeiten. - Auch Jagdmöglichkeiten. 😏

Aber lasst mich ausholen und Werbung machen: Mina hatte Käse bestellt, der aus Milch von Kühen hergestellt wurde, die ihre Kälber behalten dürfen. Sollte normal sein, ist aber ganz neu in der Schweiz. Da mir der Name dieser Organisation aus offensichtlichen Gründen sympathisch ist und es nach einem vernünftigen Konzept klingt, möchte ich euch COWPASSION ans Herz legen. ❤️
Dieser Käse kam per Post in einem eher kleinen Karton mit etwas Heu - aus dekorativen Gründen. Während Mina den Käse verputzte, der ihr sehr gut schmeckte, hatten wir Katzen den allergrössten Plausch mit diesem Heu in der Schachtel. Wir spielten damit, verteilten es in der Stube, und manche Katzen hier zwängen sich zu einem Nickerchen in den recht kleinen Karton aufs Heubett… 
 ... und eines Abends brachte Scipio einen Regenwurm von draussen mit und legte ihn in diese Schachtel mit Heu, nur, um ihn dann angelegentlich wieder raus zu fummeln. Crixus und ich fanden das unheimlich spannend. Also er fand's unheimlich, ich fand's spannend. 😄
Obwohl Mina noch Fotos machte, weil wir alle drei so herzig spielten, dauerte es erstaunlich lange, bis sie checkte, dass wir nicht bloss auf getrocknete Grashalme eindroschen. – Na ja, als sie es merkte, war der Spass vorbei. Mit einem unvermeidlichen «Iiieh»-Kommentar brachte sie den Wurm umgehend ins Freie, jenseits des Zauns. 🙄
Fortan ermahnte sie uns immer mal wieder, keine Würmer auszugraben. Selbst als es richtig kalt und der Boden gefroren war, erinnerte sie uns daran, keine Würmer mit nach Hause zu bringen – «nein, auch keine tiefgefrorenen!» 😠
 
Hatte ich im letzten Tagebuch noch bedauert, bislang keinen Schnee erlebt zu haben, wurden wir kurz darauf mit der weissen Pracht beglückt. Sie hielt nicht lange an, doch die Abenteurer unter uns hatten unseren Spass – also alle ausser Tante Agrippina. Ausgerechnet die Norwegerin mit ihrem dicken Pelz und den Schneeschuhpfoten geht auf gar keinen Fall ins Freie, wenn es kalt ist oder gar Schnee liegt – nein, unter keinen Umständen! 🙀 
Nun soll es ja eine Weile richtig warm und schön bleiben – wir freuen uns auf die nächsten Tage! Alle zusammen im Garten, das wird toll! 😸 
Beste Frühlingswünsche aus der Katzenfestung,
Eure Sitting Cow, 

Kommentare

Samstag, 14. März 2020, 15:06 Uhr

Ich finde die Samtpfötchen haben das Paradies auf Erden. Sie haben es verdient, wenn es nur überall so wäre.....Tolle Fotos mit wunderbarem Text samt Betreuung, einfach himmlisch. Grosser Dank und weiter alles Liebe und Gute.

elsbeth

Sonntag, 23. Februar 2020

Sonntag
23.02.2020

rundum zufrieden

Manitu zum Grusse, meine Freunde
 
Der Winter ist bekanntlich viel zu mild. Wir bedauern, bislang keinen richtigen Schnee in unserem Garten erlebt zu haben. Dafür sind schon ein paar Insekten unterwegs, die man jagen kann. 
Neulich hatten wir eine riesengrosse, laut brummende Fliege im Haus. Ich hatte gerade meinen grossen Mittagsschlaf beendet und trabte die Treppe runter, hielt inne. Lauschte. Zuerst war ich verwirrt, lokalisierte das Geräusch. Auf einmal weiteten sich meine gerade noch ziemlich verpennten Augen, meine Muskeln spannten sich an, und ich schaltete innert einer Sekunde auf Jagdmodus um. Nach etwas Gerumpel und Gepolter war die Fliege still. Sie fand ihr Ende als Proteinsnack. 😋
Die Jagd nach Insekten bereichern ein Katzenleben ungemein. Menschgemachtes Katzenspielzeug kann die echte Jagd nicht ersetzen, ist aber durchaus ein netter Zeitvertreib. 
  
Seht nur, Mina hat uns eine kleine Burg gebaut. Man kann sie als Aussichtsplattform benutzen oder sich dahinter für einen spielerischen Überfall verstecken. - Das klappt auch mit den Überresten des Apfelbaums ganz prima. Na, seht ihr mich?
Wer dann schon auf ist, kann am frühen Morgen beobachten, wie meine Katerkumpels und ich übermütig durch den Garten rennen. Später am Tag nehmen wir es eher gemütlich und finden auch mal Zeit für einen kleinen Schwatz am Gartenzaun. Wie hier mit dem grossen Felix, der bei Minas Eltern wohnt. Anfangs war er sehr unzufrieden, da unser Garten Teil seines riesigen Reviers gewesen war, aber inzwischen hat er sich an die Situation gewöhnt und ist sehr freundlich zu uns. 😻
Tante Agrippina und ich haben noch nicht recht verstanden, wie man die Katzenklappe öffnen kann. Zu unserer Verteidigung sei erwähnt, dass dazu auch noch keine echte Notwendigkeit bestand, denn meistens gibt es gar keine Klappe. Solange es nicht regnet, ist da rund um die Uhr ein offenes Loch, durch das wir ständig rein und raus hüpfen können. Da der Garten eingezäunt ist, dringen ja keine fremden Katzen ein. 😉
Der Grund ist, dass das Klappern von Schwingtür und Rahmen Mina sehr laut sind. Katzen erschrecken, Mina erwacht, es geht uns allen auf die Nerven. Sie hat schon versucht, die Geräusche zu dämmen, aber keine Klappe ist die beste Lösung. Nur wenn es regnet, ist die Klappe zu, sonst bildet sich eine Pfütze in der Stube, was nicht gut für die Bodendielen ist. Aber Crixus ist sowieso der einzige, der bei jedem Wetter raus will.
Bei Gelegenheit soll ein kleines Vordach installiert werden, und wir werden dennoch trainieren, damit ich das für den Fall der Fälle auch beherrsche. 👍
Ach, mir geht es super-gut! Ich bin gesund, unternehmungslustig und rundum zufrieden. Solange ich meine Katerfreunde habe, fehlt mir nichts! 
Ich mache auch weiterhin Fortschritte in Sachen Zutraulichkeit. Nun lasse ich mich kurz auf den Arm nimmt. Ein kleines Bisschen knuddeln ist ganz okay. Der Moment muss natürlich passen. 
Heute früh versorgte uns Mina mit frischem Futter, machte unsere Klos und... ging zurück ins Bett. - Was?! 😯 Wir waren verwirrt, denn normalerweise macht sie sich fertig und geht aus dem Haus, und wir haben das Bett für uns. Es findet also ein richtiger Schichtwechsel statt. Aber was jetzt? Na ja, sie fühlte sich nicht so gut, nun mussten wir eben zusammen rücken. Crixus, Agrippina und ich gesellten uns einfach zu ihr. Sie streichelte mich plötzlich. Zuerst erschrak ich, aber eigentlich kenne ich das ja schon, nur nicht, wenn ich schlafe. Ich liess es einen Moment zu, dann rückte ich ausser Reichweite. Ich ging aber nicht weg, wollte durchaus in der Nähe bleiben. Auch das ist ein grosser Fortschritt. Mit Crixus als Puffer zwischen uns fühlte ich mich wieder so geborgen, dass ich trotz der Nähe tief und fest schlief. ❤️
Auch Minas Mamma, die direkt nebenan wohnt, kenne ich schon sehr gut. Wenn sie bei uns ist, streiche ich ihr um die Beine, und sie darf mich streicheln.
Aber bei fremden Menschen ist es immer noch so, dass ich nur die maximal mögliche Distanz für angemessen halte. Mal sass ein fremder Mensch stundenlang in der Stube und schien einfach nicht mehr gehen zu wollen. 😠 Ich blieb die ganze Zeit über im Garten. Es war gutes Wetter, daher nicht schlimm. Kaum hatte sich die Haustür hinter Minas Besuch geschlossen, stand ich ihr bei Fuss. Ja… ist halt so. Manche brauchen eben länger. 
 
Apropos. Schaut mal, wir haben wieder schöne Grüsse und Fotos von unseren Schwestern erhalten! Black mag immer noch nicht angefasst werden, hält an ihrem Misstrauen fest. Crazy hingegen lässt sich manchmal streicheln. Wichtiger ist, dass sie fit und gesund sind. Sie fühlen sich super wohl im neuen zu Hause, zeigen sich neugierig und sind immer bereit für gemeinsame Spiele – zu zweit als auch gemeinsam mit ihrer Menschenfreundin. 😻
Mit herzlichem Miau,
Eure Sitting Cow

Sonntag, 2. Februar 2020

Sonntag
02.02.2020

Der Wind weht kalt

Hugh Katzenfreunde

Bei mir ist alles in Ordnung. Die OP-Naht ist gut verheilt, und ich bin allgemein sehr zufrieden. 👍
Ja, ich lasse mich schon streicheln, aber… da müssen immer ein paar Rahmenbedingungen eingehalten werden. Zuerst einmal wähle ich den Zeitpunkt, ich allein. Am liebsten streiche ich Mina um die Beine, wenn mir danach ist, und sie streichelt mich dann einfach, ohne, dass ich die Hand kommen sehe. Das ist schön! 😻 Kurzes Aufheben und Umplatzieren – z.B. vom Boden aufs Bett – oder in die Box 🙀 – klappt problemlos. Getragen werden mag ich aber nicht. Ist auch nicht nötig, schliesslich habe ich vier gesunde Beine. 😸
Das klappt nur bei Mina, und auch nur, wenn Crixus in der Nähe ist. Kommen Fremde ins Haus, verschwindet Crixus unter der Bettdecke, und ich tue ich so, als käme ich direkt aus der Prärie und hätte noch nie einen Menschen gesehen. 😯
Das Wetter ist aktuell recht doof. Viel zu windig! Trotzdem patrouillieren wir pflichtbewusst und tapfer die Grenzen ab. Also… vorzugsweise lasse ich Crixus die Patrouille erledigen, während ich seine Rückendeckung sicherstelle – von der warmen Stube aus. 😎
Nun, was tun wir an einem so windigen Sonntagnachmittag wie heute? Man könnte faul rum liegen. 
Oder ins TV glotzen, wie Tante Corva. 
Oder man sorgt einfach für Action. Nach der Krallenpflege kontrolliere ich Bekanntes, untersuche Neues und amüsiere mich mit meinen Lieblingsspielen: Kugelbahnen, Rasselmäuse und Papierknäuel. 😸
Windige Grüsse aus La Rocca,
Eure Sitting Cow

Sonntag, 19. Januar 2020

Sonntag
19.01.2020

Königin

Hugh Katzenfreunde

Soeben schlich Mina mit der Kamera herum. Natürlich wachte ich auf und guckte entsprechend missmutig aus der Wäsche. 😠Sie meinte, wir bräuchten noch Portraitfotos fürs Tagebuch. – Es sind also schon wieder zwei Wochen um? Hei, die Zeit rast ja nur so dahin!

Na gut, dann wollen wir mal von den jüngsten Highlights berichten. 
Häuptling bin ich ja schon lange – nun bin ich noch zur Königin ernannt geworden! – Aber die Papierkrone interessierte mich nicht. Keine Ahnung, wieso den Menschen solche Machtsymbole wichtig sind.
Den Königskuchen hatte Mina übrigens selbst gefuttert. Davon kriegten wir nichts ab. 


Eine Königin bin ich nicht, weil ich eine Krone habe, sondern weil ich gesund und unternehmungslustig bin, weil ich Freunde habe, ein Dach überm Kopf, dazu einen Garten, niemals Hunger leide und nach Lust und Laune machen kann, was ich will. 😸Und wenn ich mal nichts machen will, ist das auch ok! 😎
Das dachte ich jedenfalls bis am Donnerstagabend. Da verschwanden plötzlich sämtliche Futternäpfe. Am frühen Freitagmorgen missbrauchte Mina schamlos mein neu gewonnenes Zutrauen, indem sie mich einfach so aufhob und in eine Transportbox setzte. Anders als in den Tagen zuvor war diese plötzlich auf allen Seiten zu! Deckel verschlossen. Eingetütet. 🙀

Wie jetzt? Fertig Königin? 
Sie lieferte mich in der Tierarztpraxis ab, und obwohl mir das alles gar nicht in den Kram passte, verhielt ich mich kooperativ, bis sie mich ins Reich der Träume spritzten. 

Als mich Mina um 15 Uhr endlich abholte, staunte sie nicht schlecht, wie ausgeschlafen ich schon war. Zu Hause eilte ich sicheren Schrittes aus der Box und suchte erst einmal Deckung unterm Bett, aber dann zog ich mich in meine geliebte Kartonschachtel auf dem Schrank zurück, wo ich fast immer meinen Mittagsschlaf zu halten pflege. Da war kein Torkeln, keine Desorientierung, keine Identitätskrise. Ich wäre schon lange parat gewesen, sie hätte ruhig früher aufschlagen können! 🙄

Hauptsache, ich habe die OP heil überstanden und auch die Narkose prima weggesteckt. Trotzdem habe ich mir zuerst eine zünftige Kappe voll Schlaf gegönnt, und weil es regnete, störte mich der Stubenarrest nicht. 😏
Natürlich merke ich, dass Mina gern ein Foto fürs Tagebuch von meinem rasierten Bäuchlein schiessen würde, damit ihr was zu grinsen habt. Ich spiel da aber nicht mit! Jetzt bin ich wieder Königin, mit aller Würde! – Und ich habe den Garten zurück. 😻
Bis zum nächsten Mal,
Eure Sitting Cow

Samstag, 4. Januar 2020

Samstag
04.01.2020

Highlights

Frohes neues Jahr, Katzenfreunde! 2020 bedeutet neues Spiel und neues Glück! 😻
Und für mich ein neues Zuhause. Irgendwann. Eilt nicht. In den letzten zwei Wochen war viel los. Ich möchte euch von den Highlights erzählen.

Das Grösste war zweifellos die Eröffnung des Freigeheges. 😸 Natürlich haderte Mina einen Moment lang, denn Pflegekätzchen sollten eigentlich nicht ins Freie. Mich wegzusperren, war jedoch keine Option, und das Freigehege meinetwegen nicht zu eröffnen, passte Mina ganz und gar nicht. Schliesslich war es seit der blossen Idee vom eigenen Haus das absolut finale Ziel gewesen, den Stubenkatzen von La Rocca ein Stück Freiheit zu schenken.
Da im Gehege nichts passieren kann, ich in meinem Alter noch keine territorialen Ansprüche habe, sowieso nur als Freigängerin vermittelt werde und tatsächlich auch waschechte Freigänger noch nach Jahren erfolgreich umplatziert werden können, beschloss sie, uns allen keinen Stress zu machen. 👍

Zunächst hatte ich etwas Schiss, aber inzwischen kann ich ganz schön muffeln, wenn spät abends die Schotten dicht gemacht werden. 😉
 

Huch, da ist die Tür plötzlich offen! 😯 Ob ich mal ne Runde drehen soll? Verstohlen ins Freie schleichen, mich kurz umsehen? Wäre schon reizvoll… Scipio wäre auch draussen. Soll ich, oder soll ich nicht?
 
Ui, da kommt Crixus. Er sagt, es regne. Igittigitt. Dreckige Pfoten, nasses Fell… 
OK, dann erobere ich die Welt halt ein andermal. Fudi in der Wärme und die Nase im Wind ist sowieso das Beste! 😏
 
Was macht ein junges Kätzchen wie ich also an einem Regentag?
Ein langes Gesicht?
Faulenzen?
Ja, klar! Sowieso. Faulenzen geht bei jedem Wetter. Aber nicht ewig. Zum Glück hat mein liebster Spielplatz im Wohnzimmer rund um die Uhr geöffnet – und ist immer im Trockenen. 
Manchmal finden Stink-Parties statt. Dabei werden Baldrian-Plüschis zünftig genudelt und vollgesabbert. 😋
Tante Agrippina, darf ich mal deine Stinkmaus? – Okeee, dann eben nicht, hat ja genug für alle.
 
Bei schönem Wetter unternehme natürlich auch ich einige Ausflüge ins Grüne… nein, ins Braune. Da noch kein Rasen gesät werden konnte, ist der Garten ein ziemliches Schlammloch… aber trotzdem eine schöne Abwechslung. Wenn wir von draussen reinkommen, machen wir überall dekorative Pfötchen-Prints. 🙀
Zu Weihnachten haben wir unter anderem lustige Katzenhöhlen gekriegt. Wenn Tante Corva die grosse Plüschkatze bewohnt, macht man lieber einen grossen Bogen darum. Sie verteidigt ihr neues Lieblingsplätzchen ziemlich rabiat. 😠
Bis zum nächsten Mal,
Eure Sitting Cow

Dienstag, 24. Dezember 2019

Dienstag
24.12.2019

Bin nicht allein

Manitu lässt grüssen
 
Meine Schwestern Black Hawk und Crazy Horse sind am Sonntag vor einer Woche ausgezogen. Es geht ihnen gut, sie spielen viel, haben einen gesunden Appetit und überraschen ihre Menschenmamma immer wieder aufs Neue. 😸

Vor ihrem Auszug haben wir noch einmal richtig Party gemacht:Aber dann, an jenem Sonntagabend, habe ich sie wie üblich zum Spielen gerufen und sie gesucht. Sie kamen nicht, waren nicht zu finden. Ich realisierte allmählich, dass sie wirklich weg sind und wir uns nie mehr wiedersehen werden. Im trüben Zwielicht der Dämmerung sass ich ganz allein mitten im Wohnzimmer und begann ganz laut zu jammern. 😔
Plötzlich eilten Crixus und Scipio die Treppe herunter, Mina kam aus der Küche, und sogar die Tanten Corva und Agrippina gesellten sich zu uns. Wir haben lange und lustig gespielt. Meine Welt war wieder in Ordnung. In La Rocca ist man nicht allein! 😻
 Fortan klebte ich förmlich an Crixus. Wenn ich ihn sah, hüpfte ich übermütig maunzend auf ihn zu und lief ihm immer wieder in den Weg, um mit ihm zu kuscheln. Das nervt irgendwann den aller-gutmütigsten Kater, aber er blieb völlig gelassen. Er konnte kaum allein aufs Klo, denn ich begleitete ihn bis zur Öffnung und heftete mich sofort wieder an seine Seite, wenn er fertig war. 🙄
Er half mir liebevoll über die erste Zeit hinweg, und inzwischen kann ich auch wieder alleine schlafen und mich selbst gut beschäftigen, bis die anderen wieder parat sind zum Spielen.
Mein grösster Wunsch ans neue Zuhause ist, dass ich dort genauso liebevolle, geduldige Kameraden haben werde! 
 
Wir haben letztes Mal von Weihnachten erzählt. Der Höhepunkt davon ist, dass sich die Familien zusammensetzen, stundenlang essen und trinken, bis sie singen und im besten Fall lachen und fröhlich sind und ganz beiläufig realisieren, dass sie nicht alleine sind. Man muss sich nicht dauernd auf der Pelle sitzen, das habe ich nun auch gelernt, aber es gibt nichts Schöneres, als Spass und Kummer mit Vertrauten teilen zu können, wenn einem danach ist. 
In Minas Familie sind auch Geschenke eine wichtige Tradition. Stundenlang hat sie Dinge eingepackt, die ihren Leuten hoffentlich gefallen werden. 😏 Also, ich persönlich hätte nun wenig mit dem Kram anzufangen gewusst, dafür fand ich die Verpackungen ganz gut: diverse Schachteln, viel Papier, bunte Schnüre… Mina achtete sehr darauf, uns nicht mit dem Zeug allein zu lassen. Mir gelang es trotzdem, ein rotes Geschenkband zu stibitzen. Dazu musste ich mich ganz nahe herantrauen. Zugriff und weg, die Treppe hoch, schnell, schnell! Dummerweise war das Band noch mit einer Rolle verbunden. 😉 Aber Mina lachte beim Aufwickeln von etwa 10 Meter Geschenkband und nannte mich eine kleine, diebische Elster. - Die Farbe passt ja, aber wäre ich wirklich eine Elster, wäre «klein» das definitiv falsche Adjektiv. Oder schon mal ne 3-Kilo-Elster gesehen?! 🙀 Hihi, stellt's euch vor...
Ich weiss, welches Weihnachtsgeschenk die Katzen von La Rocca kriegen, ich weiss es, ich weiss es! 😄 Dazu habe ich haarscharf kombiniert. Die letzten zwei Tage war Mina nämlich bei Wind und Wetter draussen im Garten und hat den Zaun für den gesicherten Freigang ausbruchssicher gemacht. War lustig zum Zusehen, denn es goss zeitweise wie aus Eimern. Solange man im trockenen Warm sitzen konnte, ein weiches Kissen unterm Fudi platziert, hatte ihr Hampeln im Garten einen guten Unterhaltungswert. 😎 Blöd, dass wir den Fotoapparat nicht bedienen können. 
Aber was bedeutet das für mich? Ob es mir auch mal gelingen wird, nach draussen zu entwischen? Bisher durften erst die Tanten einen kurzen Rundgang machen. 
Allerdings verheisst der Wetterdienst nichts Gutes für die nächsten Tage. 😯 Da bleiben wir doch lieber drin und beschränken das Frische-Luft-Schnappen auf die gesicherten Fenster. Hmmm… weiss nicht. Ach, wir nehmen es, wie es kommt. 👍
Wir von La Rocca wünschen euch und euren Tieren schöne Festtage – und seid lieb zu einander! 
Bitte nehmt Rücksicht auf die Tiere, wenn es ums Silvesterfeuerwerk geht. Uns im Haus passiert nichts, aber wie viele sind schutzlos da draussen und erleben den blanken Horror?! Es gäbe doch viel schönere Rituale, um das neue Jahr zu begrüssen.

Eure Sitting Cow 

Mittwoch, 11. Dezember 2019

Mittwoch
11.12.2019

Eine Menge Lichter mehr als sonst

Hugh Katzenfreunde
 
Die Zeit vergeht wie im Sturzflug eines Geiers!
 
Trotz Stubenarrest kennen wir keine Langeweile. Als Katzen-Kids sind wir naturgemäss sehr kreativ, kriegen auch immer mal neue Spielsachen, und dann und wann wird unser bevorzugter Spielplatz, das Wohnzimmer, etwas umgestaltet. Manchmal verirrt sich auch noch ein Insekt in die vermeintlich warme Sicherheit des Hauses. Tja… das hat dann Pech gehabt. 😏
 
 
So ein Kabelbinder kann unglaublich faszinierend sein!
 
Mit Packpapier und Spielmäusen ist Spass garantiert!
 
Black schreddert gern Spielzeug mit Federn. Aufgepasst, Freunde von Schredder-Katzen: kauft nur Spielzeug mit echten Federn. Mit Naturfedern kommen wir klar, aber Kunststofffedern können gefährlich für uns sein. 
 
In Kürze passiert etwas, das im hiesigen Kulturkreis Weihnachten genannt wird. Die teilnehmenden Menschen dekorieren drinnen und draussen in überwiegend kitschiger Manier allerhand Dinge. So genau wissen wir das nicht, wir können nur die umliegenden Häuser beurteilen. Aber aus welchem Fenster wir auch schauen, sobald es eindunkelt, leuchten überall eine Menge Lichter mehr als sonst. Hauseingänge, Drahtfiguren im Garten, Äste, ja, ganze Bäume, bevorzugt Tannen, sind mit kleinen elektrischen Lämpchen ausgestattet. In den Fenstern der Nachbarn glitzern Sterne und Girlanden und oft auch undefinierbarer Krimskrams. 😄
Auch Mina hat sich dem gesellschaftlichen Druck gebeugt, und nachdem sie ein paar Stunden in der Werkstatt verbracht hat, können wir nun ebenfalls eine Weihnachtsdeko vorweisen. Sie beschränkt sich auf eine Ecke in der Stube und leuchtet nicht. Sie ist nicht aus Plastik und braucht keinen Strom. Das Gute daran ist, dass wir auch was davon haben! 👍
 
 
Wir Katzen wechseln uns damit ab, im Schlitten zu schlafen. Deko mit Funktion, ist doch prima! Keine Funktion haben der schräg geratene Weihnachtsbaum und die lustigen Figuren, aber sie stören auch nicht weiter. 
 
 
Menschen sind uns immer noch nicht geheuer, aber die Sicherheitsdistanz schwindet, und wir lernen immer dazu. Zum Beispiel wissen wir nun ganz genau, wie Menschen klingen, wenn sie erkältet sind. Mina hat es übel erwischt. Stellt euch vor, wie wir erschraken, als sie zum ersten Mal so richtig los rotzte. 🙀 Sie verbrauchte unzählige Taschentücher. Diese plötzliche Geräuschkulisse war anfangs wirklich beängstigend. Da sie aber alle gefühlten fünf Minuten so eine Attacke hatte, gewöhnten wir uns sehr schnell daran und schauten bald nicht mal mehr auf. 
Nur nachts war es wirklich extrem störend. Kaum hatten wir uns auf dem Bett arrangiert, ging’s los mit den unmöglichsten Geräuschen und Erschütterungen. Legte sie sich wieder hin, drapierten wir uns neu, und schon schien sie sich schon wieder auf links drehen zu wollen. Dauernd! Es war die reinste Zumutung! 😠
Sie hat sich trotzdem täglich zur Arbeit geschleppt, frisches Futter stand uns stets zur Verfügung, die Klos wurden brav gesäubert, aber sonst war nicht viel los mit ihr. Nicht, dass wir was vermisst hätten, ganz besonders nicht den Staubsauger, aber das Tagebuch blieb halt etwas liegen. 🙄
 
Wir platzen fast, weil wir es endlich erzählen wollen, haben uns die beste Nachricht aber extra bis zum Schluss aufgespart: die Kryptos sind weg!!!!! 😸
Heute kriegte Mina den Laborbericht schwarz auf weiss, und die nette Praxisassistentin hat das «Kryptosporidien negativ» extra noch mit Leuchtstift markiert. 
Im Klo riecht es immer noch ein Bisschen seltsam, aber die Qualität steigert sich zusehends. Braucht wohl noch etwas Zeit, bis der Schaden durch die Parasiten behoben ist und die Darmflora wieder ordentlich floriert, aber wir sehen und spüren die Fortschritte endlich! 

Das bedeutet, dass Black Hawk und ich in wenigen Tagen in unser neues Zuhause ziehen werden! Wir haben totalen Bammel, so ganz ohne Sitting Cow, Crixus und Scipio, voll auf uns allein gestellt an einem neuen Ort… aber die Zeit im Kindergarten ist nun vorbei. Vor uns liegen Initiationsritus und das Erschliessen eigener Jagdgründe. Dies ist der Pfad grosser Kriegerinnen, und wir werden ihn möglichst tapfer beschreiten. 😎
Herzlich wünschen wir euch allen, ob mit oder ohne Stubenarrest, eine schöne Vor-Weihnachtszeit!  
 
Eure Crazy Horse
 
Sitting Cow

& Black Hawk

Dienstag, 26. November 2019

Dienstag
26.11.2019

Geduld

Hugh Katzenfreunde
 
Wir haben unser Bündel noch immer nicht gepackt. Die Cryptosporidien halten sich hartnäckig, und obwohl in einigen Tagen der nächste Test auf dem Programm stünde, lässt ein kritischer Blick in die Katzenklos und dazu ein mutiger, tiefer Atemzug leider wenig Hoffnung zu, dass der negativ ausfallen wird. 😔
Wir üben uns in Fatalismus und machen das Beste aus der Situation. Immerhin sind wir drei Häuptlinge nach wie vor gut drauf, und weil wir im Hier und Jetzt leben und keine Zeit mit was-wäre-wenn-Träumereien verschwenden, belastet uns der «Stubenarrest» in La Rocca nicht sehr. Die gelegentlich offenen und gut mit Katzennetz gesicherten Fenster müssen vorderhand genügen, um wenigstens ein bisschen Freiheit zu schnuppern. 😎
Narrenfreiheit hingegen haben wir, da können wir uns nicht beschweren. Und an guten Ideen mangelt uns auch nie, uns allen nicht. Onkel Scipio hat uns neulich Nacht gezeigt, was man mit einer Rolle Haushaltspapier, die versehentlich unbeaufsichtigt stehen gelassen wurde, Lustiges anstellen kann. 😄
Mina liebt Haushaltspapier und sammelte innert kürzester Zeit so viele Kartonrollen, dass sie uns damit ein lustiges Spielzeug basteln konnte. Vielleicht ist es auch eine Beschäftigungstherapie für sich selbst, denn jeden Abend muss sie die Rollen im ganzen Haus zusammensuchen und wieder mit Spielzeug befüllt in den Karton stecken. Mit einer Menge Spass nehmen wir das Gesteck nachts dann wieder auseinander. So haben alle was davon. 😏
Weil wir tatsächlich nur im Dunkeln unterwegs sind, also spät abends und früh morgens und Minas Kamera nicht die beste ist bzw. nicht die beste Anwenderin hat, bleibt das Problem mit eher schlechten Fotos bestehen, wie ihr ja selbst seht. So versucht sie manchmal in ihrer kurzen Mittagspause Fotos von uns zu schiessen und lacht uns dann aus, weil wir entweder muffelig und «fauchig» drauf sind oder schlicht total verpennt aussehen. 😼
 
Am Wochenende war wieder Waschtag, und natürlich haben wir einmal mehr fleissig geholfen, Klamotten abzuräumen. Eigentlich spielten wir vor allem «Versteckis». 
Noch etwas Werbung in eigener Sache: Sitting Cow sucht ein neues Zuhause!
Sie wünscht sich Freigang in ländlicher Gegend, auf Katzen gut sozialisierte Katzenkumpels, mit denen sie spielen und kuscheln kann, und natürlich einen lieben Menschen mit ganz viel Verständnis und Geduld. Idealerweise jemand von ruhigem Gemüt und mit Erfahrung mit Wildfängen.
Sitting Cow ist nicht ganz so in ihrer Meinung festgefahren wie ich und interessiert sich – aus sicherer Distanz – für alles, was Mina tut. Aber auch sie ist halt doch weit entfernt von einer Schosskatze. Was sich bei ihr und uns natürlich noch ändern kann, da haben wir schon die unglaublichsten Geschichten gehört, aber Garantie wird nicht garantiert. 😉
Wann ein Umzug möglich wird, ob in wenigen Wochen oder mehreren Monaten, weiss nur Manitu. Fest steht, dass nur gesunde Katzen La Rocca verlassen werden und dann auch für keine anderen Katzen mehr eine Gefahr darstellen werden. Wenn die Cryptos weg sind, wird unsere Darmflora sicher noch Zeit brauchen, um wieder ordentlich… ja, zu florieren, aber uns wurde versichert, dass kein dauerhafter Schaden entsteht. Ansonsten sind wir ja in ausgezeichnet guter Form! Da war nie ein Schnupfen oder eine Augenentzündung oder sonst ein Mist, womit Katzenkinder gerne mal kämpfen. 
Übrigens, Elsbeth, vielen Dank für deine Anteilnahme! Ganz sicher halten wir durch, ganz sicher kommt alles gut! 😘
Die Parasiten und wir nehmen uns jetzt einfach die Zeit, die wir brauchen, und niemand kann etwas dafür – oder etwas dagegen tun. Es gibt nun einmal keine Medizin. Der Mensch kann nicht alles übers Knie brechen, auch wenn er das nur allzu oft gerne täte. Stimmt’s, Mina? – Abzuwarten ist für Menschen oft schwieriger als ein Kampf. Wir Katzen können das besser! Oder würde ein Mensch stundenlang reglos in ein Mauseloch starren und auf den einen perfekten Moment warten können? Nein, Menschen würden eher ein ganzes Tunnelsystem ausheben, um die Maus zu jagen, und in der Hitze der Anstrengung nicht bemerken, dass die Maus längst kichernd abgehauen ist. 😸
So, genug geplaudert. Heute gibt es wieder frisch gekochtes Hühnchen. Soll ja gut sein für den Magen-Darm-Trakt. All die komischen Pasten und Pülverchen, die uns Mina auf jede erdenkliche Weise unterjubeln will, verschmähen wir, und sie jammert dann wieder, dass uns das aber helfen würde und es so teuer gewesen sei, palaver palaver... 🙄 Soll sie das Zeug doch selber mampfen, wenn es so gesund ist! 
 
Bis die Tage, Eure 
Black Hawk,
Sitting Cow 
& Crazy Horse

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Mittwoch, 27. November 2019, 21:10 Uhr

Ups…..vielleicht haben die Schutzengelchen die Hände im Spiel. Sie sehen die tolle Gemeinschaft mit super Betreuung und möchten noch ein zuschauen …….So etwas Schönes sehen sie ja nicht alle Tage. Denke an alle und drücke weiterhin Daumen und alle Samtpfötchen. Gut Ding will Weile haben. Liebe Grüsse elsbeth

elsbeth

Samstag, 9. November 2019

Samstag
09.11.2019

Hartnäckige Biester


Wir? Nein, damit meine ich die Cryptosporidien, diese mistigen, fiesen Parasiten, die sich in unserem Verdauungstrakt häuslich eingerichtet haben, Nährstoffe klauen und unseren Auszug verzögern weil sie ansteckend sind! 😠 Leider gibt es kein Medikament gegen die Dinger, um sie schnell loszuwerden. Für Kälber und Menschen schon, aber nicht für Katzen. Mina putzt die ganze Zeit, was total nervig ist. Vor allem dieser elende Staubsauger! Wir werden uns nie an das Ding gewöhnen, nein, niemals! 😽 Wir indes können nur warten, wachsen, Kraft tanken, viel Gutes futtern und – was am Wichtigsten ist – jede Menge Spass haben und in Bewegung bleiben! 
 
Dieses Wochenende findet wieder eine Sammelaktion in unseren Klos statt, um einen neuen Test zu starten. In ein paar Tagen wissen wir, wo wir stehen. Mina ist aktuell leider nicht sehr optimistisch. Eine Weile lang war sie sehr niedergeschlagen, aber Jammer und Mitleid helfen halt auch nichts. Wir müssen den Befall nun einmal aussitzen, und das Leben geht währenddessen weiter. Besser, wir geniessen es trotzdem! 😎
Immerhin geben wir keinen Anlass zur Sorge. Wir sind total gut drauf, legen an Gewicht zu, und unsere Immunsysteme kämpfen unentwegt, um diese hartnäckigen Biester endlich loszuwerden. Das wird uns ohne jeden Zweifel auch gelingen – es weiss halt nur keiner, wann das sein wird. Manche Spezialisten sprechen von Wochen, manche von Monaten. 🙄
Ja nun, wir tun alle, was wir können und bewahren die Haltung.
Zum Glück mangelt uns nie an guten Ideen, um uns die Wartezeit vergnüglich zu gestalten. Wir haben tolle Spielsachen, wir haben unsere Freunde, und wir haben vor allem einander. ❤️ Manchmal sitzen wir auch einfach am Fenster und beobachten die Vögel draussen. Gelegentlich auch die Nachbarn. 😉
Die lustigsten Momente sind immer die wilden Stunden spät abends und dann wieder früh morgens. Black Hawk spürte den Schnee oder so – sie unterhielt sich heute bereits um 3 Uhr ganz allein mit der Kugelbahn, während wir alle anderen noch pennten. Nein, stimmt nicht ganz. Sie spielte zwar allein, unterhielt uns aber alle damit, die wir eigentlich noch hätten pennen wollen. 😯
Besonders toll finden wir die Noppenbälle aus Gummi. Anders als Kugeln rollen sie nicht einfach langweilig geradeaus, sondern springen in überraschendem Zickzack und prallen auch überall ab. In der Hitze der Jagd müssen wir aufpassen, dass wir nicht zusammenstossen. 😄 Diese Noppenbälle kann man auch gut ins Maul nehmen, die Treppe hochtragen und runter purzeln lassen. Oder man kann sie im Katzengras eintopfen.
 Spielmäuse gehen auch immer! 👍
Neulich kündigte Mina ein ganz besonders leckeres Abendessen an. Einen richtigen Turbo fürs Immunsystem, sagte sie. Es war gehacktes Rindfleisch, gebraten. Na ja, sie hatte schon bessere Ideen. Wenn’s recht ist, bleiben wir beim gekochten Huhn. 
 
Obwohl wir immer noch nicht gestreichelt werden wollen, bedeutet das nicht, dass wir uns zu schade wären, uns an den üblichen Aufgaben eines Menschen-Haushalts zu beteiligen. Zum Beispiel halfen wir Ende Monat bei den Zahlungen. Da staunt ihr, was? Nach jeder Buchung zerknüllte Mina den entsprechenden Beleg und schnippte ihn vom Pult aus durch den Raum. Wir drei Minis und Scipio hechteten hinterher, spielten wild damit, schredderten zuweilen das Papierknäuel zu Konfetti und warteten auf das nächste. Mina hatte auch viel Spass, was bei Zahlungen sonst eher selten der Fall sei. 😏
Auch den Wäscheständer finden wir immer sehr interessant. Wir prüfen, ob die Klamotten schon trocken sind und spielen Verstecken zwischen den langen Ärmeln und Hosenbeinen. 
Wir kontrollieren auch immer sehr gewissenhaft diverse Lieferungen und sind gespannt, welchen Blödsinn Mina beim Online-Shopping wieder gekramt hat. Wie diese Kleidersendung letzte Woche. Nur Pakete mit Katzensachen sind gute Pakete… Moment… okay, ich gebe zu, die Schachtel ist toll! Agrippina hat sie sofort zerkratzt, und somit hat sich auch eine eventuelle Retoure erledigt. Die Klamotten sind jetzt auf dem Wäscheständer, und die Schachtel steht neben dem Bett. Sie wird gern als Schlafplatz genutzt. Ja, von mir auch! Hey, wir sind Katzen, wir lieben Karton in jeder Form und Farbe! 😸
Bis zum nächsten Mal – Eure Häuptlinge


Ava Sitting Cow

Crazy Horse

Black Hawk


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Samstag, 09. November 2019, 15:56 Uhr

Ich drücke auch fest alle Daumen und Pfötchen, dass die bösen Biester im Bauch bald abhauen. Alles Liebe und Gute auch den Pflegis. Hält alle durch, es lohnt sich. Es kommt gut. Liebe Grüsse elsbeth

elsbeth

Sonntag, 27. Oktober 2019

Sonntag
27.10.2019

Noch eine Runde aussetzen

Manitu lässt die Katzenfreunde grüssen

Unser Schicksal schlägt immer wieder interessante Haken. Ja, wir sind immer noch in La Rocca. Eigentlich fühlen wir uns gesund, unternehmungslustig und bereit, neue Jagdgründe zu erobern, aber die Medizinmänner und Kräuterfrauen sind noch nicht zufrieden mit unseren Hinterlassenschaften. 🙄 Es stehen weitere Abklärungen an. Das könnte noch eine Weile dauern. Typisch Häuptlinge! Aber einfach kann ja jeder.... 😏
Wir machen einfach das Beste draus und folgen unbeirrt unserem gewohnten, sehr bewährten Tagesablauf. 👍 Am frühen Morgen futtern wir die Reste vom Nachtmahl, dann trainieren wir stundenlang. Da Mina keine Ferien mehr hat, helfen wir ihr beiläufig beim rechtzeitigen Aufstehen. Neulich rissen wir den Bademantel samt Bügel vom Haken. Der hat auf den Fliesen ordentlich gescheppert, und jeder, der eben noch im Traumland geschlummert hatte, war plötzlich am Tatort. 
Wenn wir ein richtig fieses Rasselbällchen finden und es kräftig gegen die Fussleisten schmettern, hören wir es aus Richtung Schlafzimmer brummeln und grummeln. Manchmal glaubt man sowas zu hören wie «Neeeein, nur noch eine halbe Stunde, bitteeeee…» Mina würde nie den Wurm fangen, nein, niemals, denn das schaffen nur die frühen Vögel, äh, Katzen die frühen Mäuse. Wie auch immer. 😄
Nach einem zünftigen Brunch wird gepennt bis am späten Abend, nur unterbrochen für die Notdurft und zwei, drei kleine Häppchen. 
Wir lieben es sehr, mit Onkel Crixus zu kuscheln. Und manchmal sind auch noch andere Katzen dabei. ❤️
 
Dann geht’s richtig los bis nach der Geisterstunde. Action-Fotos gehen aufgrund der dunkleren Jahreszeit also fast nur mit Blitz. Ich versichere euch, mit unseren Augen ist eigentlich alles gut, nur auf diesen Fotos sehen wir irgendwie… mystisch aus. 😎
 
Wenn wir müde sind und die grossen Katzen auch schon längst schlummern, suchen auch wir uns geeignete Lager für die Nacht. Mal hier, mal da, mal zusammen, mal allein. 
Letzte Nacht schlief ich so dicht bei Mina, dass wir Körperkontakt hatten. 🙀 Ich war ihr sehr dankbar, dass sie sich nicht bewegte, ja, kaum noch atmete, um mir keine Angst zu machen. Ich war nicht ihretwegen dort, sondern schlief an Crixus geschmiegt. Nur, damit das klar ist und sie sich keine falschen Hoffnungen macht. Na gut, zugegeben, noch vor einer Weile wäre mir das nie eingefallen, Crixus hin oder her.
Am zutraulichsten und mutigsten ist Sitting Cow. Sie lässt sich manchmal kurz streicheln, wenn sie die Hand nicht kommen sieht. Extrem misstrauisch ist immer noch Black Hawk. Sie kann wie verrückt vor sich hin spielen und Mäuse unter den Teppich schieben, dann darauf rumhüpfen und den grössten Spass haben, doch sobald Mina nach der Kamera greift, egal wie leise und in Zeitlupe, erstarrt Black im Fluchtmodus. Sie spürt es quer durch den Raum, wenn sie plötzlich im Fokus steht. 😯
Es ist jedes Mal ein Highlight, wenn zertrampeltes Katzengras durch neues ersetzt wird. Wir lieben es, an den Halmen zu zupfen und Spielmäuse darin zu verstecken. Es erinnert uns an echtes Gras. Wir freuen uns sehr darauf, endlich wieder über Wiesen zu streifen und echte Mäuse darin zu jagen.
Bis es soweit ist, üben wir halt mit Spielzeug. 😉
 
Ich zum Beispiel liebe Geschicklichkeitsspiele. Dazu nehme ich ein Plüschmäuschen zwischen die Zähne, bringe es zum Stubenfenster und fummle es durchs Katzennetz. – Mina sammelt sie dann irgendwann draussen wieder ein. Weit kommen diese Mäuse halt nicht.
Heute hat Mina im Bad zwei Löcher gebohrt, nicht ohne schlechtes Gewissen, aber als sie danach vorsichtig nachschaute, dösten wir immer noch auf dem Bett gleich nebenan. Der laute Bohrhammer macht uns keinen Stress. In den Ferien hatte sie öfters mal gebohrt, auch, um den Catwalk zu komplettieren, aber wir haben nie gross darauf reagiert. 😸
Der Staubsauger ist da schon eine ganz andere Geschichte! Er ist zwar leiser, aber der fährt herum und saugt Dinge ein, die wir vielleicht noch gebrauchen könnten. 🙀 Niemand hier mag ihn. Agrippina sucht schon ganz hektisch ein geeignetes Versteck, wenn Mina nur anfängt, die Spielsachen aufzuräumen. Wir hechten spätestens dann in Deckung unters Bett, wenn das Saugmonster zu rumoren beginnt und warten halt, bis der Spuk vorbei ist.

Bis zum nächsten Mal – Eure Häuptlinge,
Crazy Horse
 
Sitting Cow
 
Black Hawk

Montag, 14. Oktober 2019

Montag
14.10.2019

Licht am Horizont

Hugh Katzenfreunde!

Bitte entschuldigt, dass wir uns so lange nicht mehr gemeldet haben. Dafür sind anschliessend viele Fotos eingefügt. 
Es wird euch auffallen, dass vor allem Crazy Horse und Sitting Cow die Action machen. Ich hatte weniger Bock, als Modell zu fungieren. 😏
 
Abends, wenn ich auch mitspiele, schliesse ich beim Blitz immer die Augen, was mich irgendwie... plemplem aussehen lässt. Und wenn Mina bei natürlichem Licht auf der Pirsch ist, weiss ich nie, ob sie wirklich nur Schüsse schnappen will oder uns Kätzchen wegen den Medis. Daher gehe ich ihr vorsorglich aus dem Weg oder schaue betont übellaunig in die Kamera. 😠

Trotzdem habe auch ich meinen Spass hier mit meinen Freunden, seid versichert. 😎 Neulich Abend zum Beispiel entdeckten wir eine Spinne in der Stube.... nein, falsch, es war so: Mina schrie plötzlich wir am Spiess und juckte aus dem Stand so hoch, wie wir es einem Menschen nie zugetraut hätten. 😯 Als wir uns vom Schrecken ihretwegen erholt hatten und in die Stube zurückkehrten, warf sie Spielzeuge in die Richtung der Spinne, bis auch wir sie endlich sahen. Aber wir reagierten nicht ganz wie erhofft. Der gutmütige Onkel Crixus begrüsste den Krabbler mit einem freundlichen "miep" und ging wieder weg. Agrippina und Corva, divenhaft auf ihren Plattformen liegend, interessierten sich nicht ansatzweise dafür. Ich denke, sie amüsierten sich eher über Minas Nervenflattern. Diese setzte nun alle Hoffnungen in die Jüngsten, und tatsächlich waren wir Häuptlinge und Scipio in Jagdstimmung. Wir verfolgten die Spinne kreuz und quer durch die Stube, hauten sie immer wieder abwechslungsweise flach, was ihr aber nichts auszumachen schien, und Scipio spuckte sie etwa zehnmal wieder aus. Mina fand es höchst irritierend und beunruhigend, dass eine Spinne trotz der Anwesenheit von sieben Raubtieren noch gute 20 Minuten lang nach ihrer Entdeckung überlebte. Letzten Endes frass ich sie halt auf. - Gekochtes Poulet schmeckt mir aber doch besser. 😋
Das Wiedersehen mit der Tierärztin für die zweite Impfung haben wir gut überstanden, allerdings sind nun auch die Geheimnisse von Crazy Horse und mir aufgeflogen: wir sind auch Mädels – ätsch! 😸
Hiermit wäre bewiesen, dass auch Katzenmädchen grosse Häuptlinge und tapfere Krieger sein können und fürs Leben gern raufen! Die Tierärztin und Mina verstanden die Welt nicht mehr, fühlten sich wie Anfängerinnen, und wir kicherten uns ins Pfötchen. Obwohl wir uns körperlich sensationell gut erholt und stolz an Gewicht zugelegt hatten, war es wider Erwarten noch nicht ausgestanden: der Test auf Giardien zeigte immer noch leicht positiv an. Diese fiesen, hartnäckigen Mistdinger! 😫 Das ganze buchstäbliche Sch**-Spiel also wieder zurück auf Start. Wieder spektakuläre Einfangaktionen für die Medikation, grosse Aufregung, viel Spucken und Fauchen unsererseits und Leidbeteuerungen seitens Mina. Wieder wurde alles Mögliche desinfiziert, sodass es überall seltsam roch, wieder wurden Klos geleert und geputzt und sich wieder an neue Streu gewöhnt. Wir sind da übrigens sehr unproblematisch, praktisch und reinlich. Am Tag der Ankunft in La Rocca geschah ein grösseres Malheur, danach nie wieder etwas in die Richtung! 👍
Aktuell scheint es ausgestanden zu sein, aber damit die toten Parasiten nicht als positiv angezeigt werden, müssen wir uns für den nächsten Test noch etwas gedulden. Bitte, bitte, bitte alle verfügbaren Daumen und Pfoten drücken! 😘
 
Und jetzt noch die besten News: wir alle drei haben total nette Menschen kennenlernen dürfen, die uns Wildfängen ein richtiges Zuhause geben werden, wo wir sein dürfen, wie wir wollen und auch Freigang via Katzenklappe haben werden. Auch deshalb haben wir es nun ziemlich eilig, unsere Gesundheit schwarz auf weiss bescheinigt zu kriegen. 
Obwohl Veränderungen, Abschiede und neue Bekanntschaften oft nicht leicht sind, fühlen wir uns bereit für neue Chancen!
Sitting Cow trägt nun den hübschen Namen Ava. Sie wird gleich drei neue Katzenkumpels kriegen, während Crazy und ich gemeinsam eigene Jagdgründe erschliessen und neue Abenteuer bestehen werden. 😻
 
 
Manitu zum Grusse, 
Eure Black Hawk,

Sitting Cow alias Ava

& Crazy Horse




Sonntag, 22. September 2019

Sonntag
22.09.2019

Durchs finstere Tal

Hugh Katzenfreunde!
 
Heute bin ich an der Reihe mit dem Tagebuch, und es gibt einiges zu berichten!
 
Zunächst verrate ich, dass mein Geheimnis aufgeflogen ist: was meine Brüder und die anderen Katzen in La Rocca längst wussten, hat sich endlich auch Mina offenbart: in Wahrheit bin ich gar kein Bulle, nein, ich bin ein Katzenmädchen! Welch eine Überraschung. 🙀 Damit stellte ich sie vor ein witziges Problem: anders als Hawk oder Horse ist ausgerechnet Bull doch sehr geschlechtsspezifisch. Obwohl niemand, der von Mina darauf angesprochen wurde, den Namen Sitting Cow besonders cool fand, belassen wir es dabei. Gerade deswegen! 😉 Die Kuh wird allgemein völlig unterschätzt. Wie ich bewiesen habe, sind Weibchen genauso mutig, clever und wehrhaft wie Männchen. Wir in La Rocca solidarisieren uns also mit den Kühen, die in Wahrheit sehr facettenreich, sensibel und faszinierend sind und damit nicht weniger «cool» als Bullen! 😎
 
Viel weniger lustig als die neue Namenssuche war, dass es uns einige Tage nach dem letzten Tagebuch plötzlich ganz mies ging. Wir alle drei verloren den Appetit, den Spass am Spiel, eine Menge Energie und auch Gewicht. Wir litten unter schlimmem Durchfall mit Erbrechen. 😯 Schnell stellte sich heraus, dass wir nicht einfach ein Durcheinander wegen verschiedenem Futter im Magen hatten, sondern unter Giardien, aggressiven Darmparasiten, litten. Die müssen irgendwie in uns geschlummert haben und begannen und nun auf einmal heftig zu wüten. Diese Mistdinger sind für ihre Hinterlist bekannt. Sie können eine ganze Weile unauffällig bleiben und plötzlich grosse Probleme bereiten. Ernste Probleme, die für Minis wie uns lebensgefährlich sind. 
Ausserdem können die Schnelltests vom Tierarzt falsch negativ sein, vermutlich weil die Zysten der Giardien nicht bei jedem grösseren Geschäft mit ausgeschieden werden. 
Ja, totaler Mist! 😠
 
Black Hawk gab besonders schnell ab. Er mochte gar nicht mehr spielen, und er frass kaum noch etwas, egal, welche «Geheimwaffen» Mina auch auffuhr. Selbst vom Thunfisch an warmer Katzenmilch, serviert auf dem Bett, nahm er nur wenige Bissen. Und am ultimativen Leckerli, dem getrockneten Poulet, mümmelte er nur lustlos. Er kauerte da, hatte offensichtlich Bauchweh und keine Lust mehr zu gar nichts. 😢 Crazy Horse und ich hielten uns etwas tapferer, waren aber zusehends mit weniger Energie unterwegs.
Zum Zeitpunkt dieses Einbruchs war ich schon so weit gewesen, dass ich mich manchmal von Mina streicheln liess, wenn Onkel Crixus bei mir war und mir Sicherheit vermittelte. Es war sehr angenehm, und bestimmt hätten wir ganz toll darauf aufbauen können, aber nun begann die Kur, der Kampf gegen die Giardien, tatsächlich der Kampf um unser Leben. Mina eröffnete die Jagd mit den dramatischen Worten: «Was wir zusammen aufgebaut haben, zerstöre ich jetzt. Ihr werdet mich hassen, aber ihr werdet leben und gesund sein.» Ständig fing sie uns mehr oder weniger spektakulär und mit fiesen Tricks ein, um uns gewaltsam Medizin ins Maul zu stopfen. 😫
 
Schon nach zwei-drei Tagen wirkte das üble Zeug, das wir schlucken mussten, und wir fühlten die Lebensgeister zurückkehren. 👍
Als weiteres Ergebnis sind wir jetzt scheuer als je zuvor. Wir wissen, dass ihr diese Prozedur genauso wenig Spass machte wie uns, aber an Vertrauen ist jetzt nicht mehr zu denken. Wir gehen auf Nummer Sicher. Spielen mit langen Ruten macht Spass, aber ein gewisser Sicherheitsabstand wird unter keinen Umständen unterschritten, und ein möglicher Fluchtweg bleibt immer im Augenwinkel.
 
Während dieser miesen Zeit standen uns Crixus und Scipio fürsorglich zur Seite. Sie wärmten und putzten uns und animierten uns, nie aufzugeben. ❤️
 Wir kriegen richtig leckeres Futter, manchmal sogar gekochtes Poulet. Das ist immer ein Spektakel! Obwohl es immer genug gibt, verteidige ich meinen Napf wild knurrend und beanspruche auch die anderen Portionen, weshalb Mina die Näpfe mit dem frischen Vogel durch die ganze Stube verteilt, damit sogar die Memme Black Hawk sich traut, etwas Fleisch für sich zu beanspruchen und nicht wartet, bis Crazy Horse und ich satt sind. 😋
Die grossen Katzen sind immer mit wenigen Bissen zufrieden, aber wir Minis stehen total auf gekochtes Frischfleisch! Ja, seit einigen Tagen haben wir richtig guten Appetit, somit legen wir auch endlich wieder an Gewicht zu, und das Spielen und Toben macht einfach total Spass. 😸
Die Anti-Giardien-Kur wurde mit der heutigen Medikation abgeschlossen. Leider musste sie auch Onkel Cruixus über sich ergehen lassen, weil er uns ja immer so hingebungsvoll von Schnauz bis Schwanzspitze putzt und sich dadurch infiziert hat. Er ertrug es einigermassen mit Fassung, aber ein grosser Fan von Mina ist er aktuell auch nicht. 😏
 Wir hoffen, es richtig verstanden zu haben, dass die nächste Katzenjagd erst wieder für die zweite Impfung stattfinden wird, dann, wenn wir uns erholt haben. Lasst uns alle zu Manitu und jedem verfügbaren Grossen Geist beten, dass diese Giardien-Biester restlos besiegt sind. 😎
 
 
Bis zum nächsten Mal,
Eure Sitting Cow mit ihren Brüdern 
 
 
Black Hawk
 
 
& Crazy Horse
 
 

Sonntag, 8. September 2019

Sonntag
08.09.2019

Ausser Kontrolle

Hugh Katzenfreunde

Was machen denn eigentlich die Häuptlinge? Ja… das fragt sich Mina auch. 😸 Seit wir nicht mehr in der Quarantänestation sitzen, lassen wir uns nur noch selten blicken. Wir sind sozusagen ausser Kontrolle.
Am letzten Montag wurden wir drei in unserem kleinen Reservat problemlos für die erste Impfung eingesammelt. Es gab da auch keine echten Ausweichmöglichkeiten, also fügten wir uns. Fatal war meine vermeintlich gute Idee, mich in der Transportbox zu verstecken. Mina freute sich, dass ich mich völlig kampflos und stressfrei quasi selbst eingetütet hatte. 🙄


Das Wiedersehen mit der Tierärztin war nicht so schlimm wie befürchtet. Wir konnten uns während dem Prozedere in eine weiche Decke verkriechen, die vertraut roch, und weil wir nicht schauen mussten, was da alles mit uns und um uns herum geschah, hatten wir auch weniger Schiss. Die Untersuchung sowie das Setzen von Impfung und Chip waren eigentlich ganz schnell vorbei mit überaus guter gesundheitlicher Bescheinigung. 👍 Für Mina keine Überraschung, hört sie uns doch nachts stundenlang fröhlich spielen, klettern und rennen.
Schon beim ersten Tierarztbesuch war man sich nicht ganz sicher gewesen, welches Geschlecht wir nun hätten, obwohl uns drei Expertinnen lange aufs Heck gestarrt hatten. 😯 Mina tippte schliesslich auf Jungs, auch anhand unserer Art zu spielen. Doch bei Sitting Bull kamen am Montag nun Zweifel auf. Haben wir eine Sitting Cow unter uns? Wir wissen Bescheid, und die Menschen geht’s nichts an. 😇
Mina ging es an jenem Montag nicht gut, sie hatte bereits das ganze Wochenende flach gelegen und verspürte ein sehr, sehr schlechtes Gewissen, da sie ihrer Meinung nach zu wenig Zeit mit uns verbracht hätte. Also, uns war’s nur recht, aber Fortschritte im Thema Zutraulichkeit hatten wir tatsächlich wenig gemacht. Nur ganz kleine. Sitting Bull und ich trauen uns schon, beim Spielen über ihre Beine zu springen, und er hat mal geschnurrt beim Streicheln, aber mehr war noch nicht drin. Black Hawk weicht keinen Schritt von seinen Prinzipien ab und achtet stets auf die maximal mögliche Distanz. 😠
Nun, jedenfalls löste sie ihr Versprechen trotzdem ein: offene Türen! 😄 Seit Montagabend dürfen wir durchs ganze Haus wuseln. Wir halten uns aber die allermeiste Zeit im Katzenzimmer im OG auf. Tagsüber schlafen wir auf dem grossen Kleiderschrank oder ganz oben auf dem Kratzbaum, weil wir von Kater Scipio wissen, dass Mina dort nicht hin kann. 😏 Bis sie die Leiter angeschleppt und aufgestellt hätte, wüssten wir auch, was sie im Sinn hat und könnten rechtzeitig die Flucht vorbereiten. Nachts und am frühen Morgen unternehmen wir Ausflüge ins Wohnzimmer und in die Küche, aber am liebsten spielen wir im Katzenzimmer – und zwar volle Pulle! Es hat dort alles, was das Kittenherz begehrt: jede Menge Spielsachen, Kletter- und Versteckmöglichkeiten und sogar eine Katzenburg!
Ja, auch das Schlafzimmer kennen wir. Ich habe mich mal mitten in der Nacht angeschlichen und Mina ins Gesicht gehauen. Ohne Krallen, versteht sich. Ich wollte nur wissen, ob sie noch lebt und damit unser Frühstück sichergestellt ist. Sie freute sich über meinen Mut. 😎 Black Hawk hat sogar mal an ihrem Fussende geschlafen. Die grossen Katzen schlafen tagsüber meistens auf dem Bett, und manchmal gesellen wir uns zu ihnen. Und manchmal kommen die Kater Crixus und Scipio zu uns auf den Kleiderschrank. Dort gibt es nämlich ein gemütliches Kartonbettchen, wo wir alle Platz finden, wenn wir nur etwas zusammen rücken. 😻
Wir sind immer wild und frei (im Herzen)!
Manitu sei mit euch,

Euer Crazy Horse
Sitting Bull (oder Sitting Cow?)
& Black Hawk


Kommentare

Samstag, 09. November 2019, 16:02 Uhr

Vielen herzlichen Dank für die tollen Fotos und das Teilhaben am Leben der Samtpfoten samt Pflegis. Ich wünsche weiterhin Kraft und Empathie. Danke für die tolle Betreuung.

elsbeth

Montag, 26. August 2019

Montag
26.08.2019

Die Häuptlinge stellen sich vor

Hugh Katzenfreunde

Wir wissen nicht so recht, wo wir sind, warum wir hier sind und was wir machen sollen. Aber wir wissen, wer wir sind, und deshalb beginnen wir mal mit der Vorstellungsrunde: wir sind drei kleine Häuptlinge. Mein Name ist Black Hawk, und ich bin schwarz wie die Nacht! Ich übe mich im Unsichtbarwerden, aber es will mir nicht so recht gelingen. 😏
Das hier ist mein Bruder Crazy Horse. Er hat sich im Umgang mit Menschen als besonders wehrhaft und mutig erwiesen. 
Sitting Bull ist der Spassvogel unserer Truppe und äusserst akrobatisch. Er kann sich wunderbar selbst beschäftigen, zettelt aber auch urplötzlich wilde Rangeleien an. Verliert er aber die Überhand, zieht er sich flink zurück.
Untereinander verstehen wir uns prächtig, auch wenn es mal grob zu und her geht und einer quiekt, weil er die Kralle eines anderen im Nasenloch hat. Wir sind eben nicht nur Häuptlinge, sondern auch grosse Krieger… oder wollen es zumindest mal werden. 😉
Wenn wir Menschen sehen, drücken wir uns in einem Haufen gegen die Wand und tun so, als würden wir schlafen. 
Kommt ein Mensch zu nahe, fauchen wir und wissen nicht, dass wir dann eher süss als gefährlich aussehen. Ich kann auch böse spucken, aber das verändert unsere Situation nicht. Werden wir berührt, zittern wir vor Angst, flippen aber nicht mehr völlig aus. 👍 Ich muss zugeben, man begegnet uns meistens mit Respekt. Täglich wird in unserem winzigen Reservat mehrmals sauber gemacht, manchmal auch mitten in der Nacht, und die Futtertöpfe sind immer frisch und voll. Es gibt Spielzeug, Trainingsgeräte und auch Verstecke. 
Zufrieden sind wir trotzdem nicht. Ja, unser früheres Leben war hart und voller Entbehrungen, aber wir waren frei!! – Und jetzt sitzen wir in einem goldenen Käfig auf Plüsch. Es ist die ewige philosophische Frage, die schon ganz andere Köpfe seit jeher beschäftigt hat: lieber in Freiheit jung sterben, voller Parasiten und den Hunger als ständigen Begleiter, oder sich satt und faul das Bettchen machen lassen und nur noch vom epischen Kampf zu träumen? Hmm… wenn man es so betrachtet… 🙄
Crazy Horse, der sich anfangs am meisten aufregte, schlägt sogar vor, dass wir dem neuen Lifestyle vielleicht eine Chance geben sollten. Er spielt schon vorsichtig mit, wenn Mina, unser Mensch, einen langen Stab mit Lederbändeln schwenkt.  Sein Verhalten grenzt an Verrat an unserer Sache. – An welcher Sache, fragt ihr? Nun… an der Sache halt. 😠
Langsam geht auch Sitting Bull in die Knie. Er findet einen lächerlichen Gefallen an den kitschigen Spielsachen und futterte neulich ganz genüsslich, obwohl Mina mit einem Buch bei uns im Reservat sass. Man stelle sich das einmal vor! Die Grossen Geister unserer wilden, freien Vorfahren würden Blitze schleudern, wenn sie uns so sähen! Obwohl… sie sind schon irgendwie lustig, diese Spielmäuse und Rasselbällchen... Es fällt auch mir täglich schwerer, den Versuchungen der Zivilisation zu widerstehen. 😋
Na gut, die Grossen Geister sehen uns ja nicht. Dafür ein magisches Auge, das über unseren Köpfen an der Wand hängt. Durch dieses Auge sieht Mina, wie wir uns verhalten, wenn sie nicht anwesend ist. In vermeintlich unbeobachteten Momenten trainieren wir fleissig, damit wir bereit sind, sollte uns die Flucht aus dem limettengrünen Reservat eines Tages gelingen!
Einen Fluchtversuch hat Crazy Horse bereits einmal gewagt. Und zwar in der Praxis der Doktorin, die uns Blut stahl, uns mit einem Gerät in die Ohren leuchtete und kaltes Metall gegen unsere Körper drückte, um dem galoppierenden Herzschlag zu lauschen. Mehr als ein paar Runden durch den Raum gelang ihm nicht. Mina erwischte ihn, er erwischte sie auch, aber die Behandlung wurde in ein Tuch gewickelt fortgesetzt. 😼
Weil wir uns alle extrem aufregten, beschlossen die Menschenfrauen, mit der sogenannten Impfung zu warten. Na toll, da steht uns also ein Wiedersehen bevor. Wir freuen uns ja so... grummel grummel... 

Wir halten euch auf dem Laufenden! 😸

Es grüssen die Häuptlinge
Black Hawk
 
Sitting Bull
und Crazy Horse 
PS: mit unseren Augen ist alles in Ordnung – der Blitz stört einfach manchmal. Aber die Seele klaut das Fotografieren nicht, das haben uns die die anderen Katzen, die hier wohnen, glaubhaft versichert.