Tagebuch «Katerse»

Wir wurden von unserem Partnerverein um Hilfe angefragt. Die Besitzerin von einem Bauernhof ist verstorben und es hatte dort einige Katzen, die weg mussten. Das Bauerhaus wird abgerissen und die Katzen sind dort nicht mehr erwünscht. So haben wir Willi und Fix aufgenommen, damit wir den Beiden ein tolles Zuhause suchen können. Sie sind Freigänger und werden nur in den Freigang im Grünen vermittelt.

Samstag, 18. September 2021

Samstag
18.09.2021

Neues aus der Männer-WG


Eine weitere Woche zieht ins Land und den Jungs geht es pudelwohl. Man könnte denken, dass sie schon Jahre hier wohnen, so wie sich sich aufführen.
Willy ist immer noch ziemlich schreckhaft. Vor Allem, wenn der schwarze Knipsekasten zum Vorschein kommt, sucht er schnell das Weite und so erwischt man ihn leider meist nur von Weitem. Vielleicht denkt er, ihm würde so die Seele gestohlen? 😯 Wenn das so weitergeht, muss Zweibein seine Zoomobjektive auspacken.

Abgesehen davon ist er aber ein sehr zutraulicher Kater, der gerne auch die Nähe sucht. Insbesondere Nachts ist der Grosse schon ein paarmal erwacht und hat den weissbäuchigen Burschen neben sich auf dem Bett vorgefunden.
Im Gegensatz zu seinem jüngeren Kollegen, kennt Fix überhaupt keine Scheu. Im Gegenteil: Je strenger man versucht, seine Ruhe vor ihm zu bekommen, desto mehr bekommt er den Eindruck, dass er gerade im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen sollte. Beim Essen zum Beispiel versucht er schon einmal, etwas vom Teller zu stibitzen und erst nach dem dritten Mal auf den Boden Setzen kapiert er dann, dass er nicht erwünscht ist. Es ist aber auch langweilig, den ganzen Tag nur eingesperrt zu sein. Wenn er wieder nach Draussen kann, ist er bestimmt auch anderweitig beschäftigt.

Fix braucht seine 10 Streicheleinheiten am Tag und fordert diese auch selbstbewusst ein. Dabei drängt er sich auch mal vor Willy, wenn der an der Reihe ist. So muss Zweibein dem Willy immer heimlich ein paar Schmusis geben, wenn Fix gerade nicht da ist. Fix kommt immer gleich zu einem hin, wenn man nach Hause kommt, Willy spielt schwer zu kriegen und lässt sich erst anlocken.

Freitag, 10. September 2021

Freitag
10.09.2021

Ankunft in der Pflegestelle und schon Ferien

Fix und Willi sind gut in der Pflegestelle angekommen. Willi hat seine Kastration ohne Probleme weggesteckt und lässt sich nichts anmerken.
Die ersten Tage waren die Beiden noch unsicher, was jetzt hier los ist und haben viel Zeit unter dem Sofa verbracht. Aber schon da konnte man sie hervorlocken und sobald sie das Streicheln gespürt haben sind sie dahingeschmolzen.
Ihre Tierarztbesuche hatten sie zum Glück schon alle erledigt, so dass sie ganz in Ruhe in ihrem Zuhause auf Zeit einkehren konnten.
Der Zweibeiner war für ein paar Tage ausser Haus also musste eine Lösung her, damit die Kater nicht verhungern. Natürlich: Hotel Mama! Und so durften Fix und Willi schon ein paar Tage nach ihrem Einzug bei den Katzenhausfreunden auf einen Kurztrip in ein anderes Zuhause. Dort haben sie sich auch von ihrer besten Seite gezeigt, fleissig geschmust und gespielt und nicht zu viel Unsinn veranstaltet.
Willi ist noch recht schreckhaft und vor allem Kamerascheu. Er macht es schwer, gute Bilder für ein Tagebuch zu schiessen. Auch, wenn man eine schnelle Bewegung in seiner Nähe macht, springt er erst einmal einen Satz zurück. Dann merkt er aber gleich, dass keine Gefahr droht und kommt wieder angelaufen. Beim Schmusen ist er ein grosser Geniesser und lässt sich auch gleich den Bauch kraulen. Er zeigt seine Zuneigung auch manchmal mit leichtem Knabbern an den Fingern. Das versucht ihm der Grosse abzugewöhnen, aber vielleicht ist diese Gewohnheit schon zu tief eingenistet.
Fix ist ein gesprächiger Kater. Er begrüsst einem, wenn man heimkommt (oder, wenn er etwas zu fressen oder eine Streicheleinheit einfordern will). Mit seinen acht Jahren ist er in den besten Jahren und ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Wenn man ihm den Kopf krault geniesst Fix das sichtlich und kommt immer für einen Nachschlag vorbei. Manchmal vergisst er sich beim Schmusen und beginnt, die Hände anzuknabbern. Dabei beisst er natürlich nicht richtig zu, er ist ein sehr einfühlsahmer Kater.