Tagebuch «Ramires»

Wir wurden von einem Vereinsmitglied um Hilfe angefragt, bei einer krebskranken Frau hatte es drei Kitten eine Mutterkätzin und einen Kater. Sie konnte sich leider nicht mehr um alle fünf Katzen kümmern, es wurde ihr einfach zuviel. Wir haben die drei Kitten aufgenommen und die Mutterkatze kastrieren lassen und wieder zurückgebracht. Die Mutterkatze bleibt bei ihrer Besitzerin, um sie auf dem Krankheitsweg zu begleiten.

Ramires sucht ein neues Zuhause mit Freigang, da er diesen gewohnt ist und er einen ausgeprägten Bewegungsdrang hat. Mit dem richtigen Spielzeug spielt er auch gerne. Besonders zu Beginn sollte man ihm Zeit für sein grosses Schmusebedürfnis haben. Andere Katzen dürfen im neuen Zuhause vorhanden sein, den Umgang ist er gewohnt.

Donnerstag, 17. November 2022

Donnerstag
17.11.2022

Eingewöhnung geschafft

Liebe Tagebuchleser/innen

Am dritten Tag im neuen Heim fühlt sich der kuschelige Ramires fast schon pudelwohl:  Als ich vor drei Tagen bei meiner Pflegestelle angekommen bin, habe ich mir sofort das beste Versteck ausgeguckt - eine freie Stelle unter dem Bett. Ich war sehr müde vom Tierarzt und der vielen Aufregung, sodass ich den geschützten Platz erstmal nicht verlassen wollte. Zum Glück habe ich aber viele Streicheleinheiten bekommen, die mir beim Entspannen und Einschlafen geholfen haben. Nachts war der Hunger auch schon stärker als die Angst und ich habe mir auf dem Weg zum Futter das neue Zimmer angeschaut - eigentlich gar nicht so gefährlich. 
 Trotzdem machen die Leute komische Geräusche, da bleibe ich den nächsten Tag über doch lieber im Versteck. Gegen Abend ist es mir aber zu langweilig und ich möchte noch mehr gekuschelt werden, also komme ich langsam raus, mautze und bekomme sofort die volle Aufmerksamkeit. Die grosse Erkundung spare ich mir noch für morgen auf. Am nächsten Tag gucke ich mir dann zusammen mit meinen Pflegern Stück für Stück die Wohnung an. Das viele Streicheln hilft mir genug Mut zusammenzunehmen. 
Nicht nur beim Erkunden, sondern auch dabei, auf die Menschen zuzugehen. Schon ab dem dritten Tag fühle ich mich sehr mutig genug die ganze Wohnung anzuschauen und kommuniziere immer, wenn ich nicht genug Streicheleinheiten bekomme, natürlich an meinem Bauch.